C60 und die Haut:
Was sagt die Forschung über Fullerene in der Hautpflege?

Von Frank Beernaert, Gründer CSixtyLabs  ·  Lesezeit: ~8 Min.  ·  20. September 2026

Eine C60-Roll-On-Flasche auf handschriftlichen Labornotizen mit einer molekularen Fullerengrafik und einem Tropfen Olivenöl
Dieselbe Formulierung wie in unseren Flaschen, in einem 10-ml-Roll-On: 99,9 % reines C60 in zertifiziertem nativem Bio-Olivenöl extra.

Wer C60 kennt, kennt es meist aus der Flasche: Fulleren, gelöst in Olivenöl. Weniger bekannt ist, dass dasselbe Molekül seit fast zwanzig Jahren in Tiegeln und Seren steckt, vor allem in Japan und Südkorea. Auf der Liste der Inhaltsstoffe steht es dann als Fullerenes. In Europa ist diese Anwendung deutlich weniger verbreitet, und der wissenschaftliche Ausschuss der EU für Verbrauchersicherheit hat 2023 kritische Fragen dazu gestellt.

In diesem Artikel fassen wir zusammen, was tatsächlich untersucht wurde: zwei kleine Studien am Menschen, eine Sicherheitsstudie an Hautgewebe, die europäische Stellungnahme und die Fragen, die heute noch offen sind. Wie immer bei uns: ohne Versprechen und mit Quellenangaben.

Vom Nobelpreis ins Badezimmerregal

C60 wurde 1985 von Harold Kroto, Robert Curl und Richard Smalley entdeckt, die dafür 1996 den Nobelpreis für Chemie erhielten. Das Molekül besteht aus sechzig Kohlenstoffatomen in der Form eines Fußballs. Wer die Grundlagen auffrischen möchte, findet sie auf unserer Seite Was ist C60?

Forschern fiel sofort auf, dass C60 im Labor leicht mit freien Radikalen reagiert. Da oxidative Prozesse bei der sichtbaren Hautalterung eine Rolle spielen, lag der Schritt zur Kosmetik nahe. Mitte der 2000er Jahre brachten japanische Unternehmen die ersten kosmetischen Rohstoffe auf Fullerenbasis auf den Markt, in wasserlöslicher Form und in einer öllöslichen Form auf Basis von Squalan. Letztere, LipoFullerene, ist die Variante, mit der die meiste Hautforschung durchgeführt wurde, und sie ähnelt vom Ansatz her am ehesten C60 in einem Pflanzenöl.

Was wurde am Menschen untersucht?

Ehrlich gesagt: Es handelt sich um eine Handvoll kleiner Studien, größtenteils von Forschern mit Verbindungen zum japanischen Hersteller. Das macht sie nicht wertlos, wohl aber vorläufig.

Die Faltenstudie (Kato und Kollegen, 2010)

Dreiundzwanzig japanische Frauen um die vierzig trugen acht Wochen lang zweimal täglich eine Creme auf ihr Gesicht auf: auf die eine Hälfte eine Creme mit C60 in Squalan, auf die andere Hälfte dieselbe Creme ohne C60. Die Studie war randomisiert und doppelblind: Weder die Teilnehmerinnen noch die Beurteiler wussten, welche Seite welche war.

Nach vier Wochen gab es keinen messbaren Unterschied. Nach acht Wochen schnitt die Seite mit C60 bei Faltentiefe und Hautrauigkeit statistisch signifikant besser ab als die Placeboseite. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht gemeldet.

Die Einschränkungen: 23 Teilnehmerinnen sind wenig, acht Wochen sind kurz, und die C60-Konzentration war niedrig (278 ppm, in Squalan und nicht in Olivenöl).

Die Studie bei unreiner Haut (Inui und Kollegen, 2011)

Elf Erwachsene mit Akne verwendeten acht Wochen lang ein Gel mit 1 % LipoFullerene. Die Forscher zählten danach im Durchschnitt 37,8 % weniger entzündliche Läsionen und maßen einen höheren Feuchtigkeitsgehalt der Haut.

Diese Studie hatte jedoch keine Kontrollgruppe. Ohne Vergleich mit einem Gel ohne Fulleren lässt sich nicht sagen, welcher Teil des Effekts auf das Fulleren zurückgeht. Wir erwähnen die Studie, weil sie häufig zitiert wird, nicht weil sie etwas beweist. Akne ist eine Erkrankung; wer darunter leidet, ist bei einem Hausarzt oder Dermatologen besser aufgehoben als bei einem Blogartikel.

Dringt C60 durch die Haut?

Eine Sicherheitsstudie derselben japanischen Gruppe aus dem Jahr 2009 testete C60 in Squalan an menschlichem Hautgewebe. Die Forscher fanden C60 in der Oberhaut, nicht aber in der tieferen Lederhaut. In derselben Studie sahen sie keine Hinweise auf Mutagenität oder auf lichtbedingte Zellschäden.

Das ist beruhigend, aber es ist eine einzige Studie mit einer bestimmten Formulierung. Den europäischen Gutachtern reichte das nicht, und damit kommen wir zum wichtigsten Teil dieses Artikels.

Was sagt Europa? Die SCCS-Stellungnahme von 2023

Der Wissenschaftliche Ausschuss „Verbrauchersicherheit" (SCCS) berät die Europäische Kommission zu kosmetischen Inhaltsstoffen. Im November 2023 veröffentlichte er eine endgültige Stellungnahme zu Fullerenen in Kosmetika (SCCS/1649/23). Die Schlussfolgerungen in Kürze:

  • Für reine Fullerene (C60 und C70) kann der Ausschuss keine Aussage zur Sicherheit treffen, weil die vorgelegten Daten nicht ausreichen. Eine mögliche genotoxische Wirkung konnte nicht ausgeschlossen werden. Das ist etwas anderes als „nachweislich schädlich": Es bedeutet, dass die Daten fehlen, um das eine oder das andere festzustellen.
  • Bei hydroxylierten Fullerenen, einer chemisch veränderten, wasserlöslichen Variante, ist der Ausschuss strenger: Er betrachtet sie als nicht sicher. Dabei handelt es sich um einen anderen Stoff als reines C60 in Öl.
  • Der Ausschuss verweist außerdem auf offene Fragen zur Aufnahme über die Haut, zu Verunreinigungen und zum Verhalten von Fullerenen unter Lichteinfluss.

Das niederländische Gesundheitsinstitut RIVM schrieb Anfang 2024, dass Fullerene in einer späteren Regulierungsrunde in Kosmetika verboten werden könnten, wenn die Hersteller keine zusätzlichen Sicherheitsdaten liefern. In der Verordnung vom März 2024, die unter anderem Nano-Gold, Nano-Silber und Nano-Platin in Kosmetika verbot, standen Fullerene nicht auf der Liste. Die Regulierung ist also in Bewegung, und wer sich mit C60 und Haut beschäftigt, sollte sie weiter verfolgen.

Wir finden, dass Sie das wissen sollten, bevor Sie irgendetwas auf Ihre Haut auftragen. Ein Anbieter, der nur die Faltenstudie zitiert und die SCCS-Stellungnahme verschweigt, erzählt Ihnen die halbe Geschichte.

C60 und Licht: eine offene Frage

Dass C60 unter Lichteinfluss reaktiven Sauerstoff bilden kann, ist in der Chemie seit Langem bekannt. 2021 zeigte eine amerikanische Studie (Grohn und Kollegen, GeroScience), dass C60 in Olivenöl, das Licht ausgesetzt war, für Mäuse giftig wurde, während korrekt im Dunkeln gelagertes Öl das nicht war. Die Lebensverlängerung aus der bekannten Rattenstudie von 2012 konnten diese Forscher bei Mäusen übrigens nicht wiederholen.

Für die Flasche ist die praktische Lehre einfach: dunkles Glas, dunkler Schrank. Mehr dazu in Warum das Olivenöl so wichtig ist wie das C60. Für die Haut ist die Frage schwieriger, denn Haut ist nun einmal dem Tageslicht ausgesetzt. Die japanische Studie an Hautgewebe sah keine lichtbedingten Zellschäden, der SCCS hielt das für unzureichend belegt. Niemand kann diese Frage heute abschließend beantworten, und wir tun auch nicht so.

Olivenöl auf der Haut

Die untersuchten kosmetischen Produkte verwenden Squalan als Träger, ein leichtes, geruchloses Öl, das von Natur aus auch im Hauttalg vorkommt. Natives Olivenöl extra ist etwas anderes: reichhaltiger, mit eigenem Geruch und mit einer langen Tradition in der mediterranen Hautpflege. Es enthält von Natur aus Polyphenole, Vitamin E und selbst etwas Squalen.

Olivenöl passt nicht zu jedem Hauttyp. Auf fettiger oder empfindlicher Haut kann es zu schwer sein. Probieren Sie ein neues Produkt deshalb immer zuerst an einer kleinen Hautstelle aus, zum Beispiel an der Innenseite des Handgelenks, und warten Sie einen Tag ab.

Wichtig: Die Ergebnisse der japanischen Studien gelten für diese spezifischen Formulierungen und Konzentrationen. Sie lassen sich nicht einfach auf C60 in Olivenöl übertragen, auch nicht auf unseres.

Worauf sollten Sie achten, wenn Sie C60 für die Haut in Betracht ziehen?

  • Reinheit und Lösungsmittel. Was Sie auf Ihre Haut auftragen, verdient dieselben Anforderungen wie das, was Sie einnehmen. Fragen Sie nach einem chargenbezogenen Analysezertifikat mit HPLC-Reinheit und einem Test auf Restlösungsmittel. Warum Letzteres so wichtig ist, lesen Sie in Ist C60 gefährlich?
  • Welche Form von Fulleren. Reines C60 ist etwas anderes als hydroxylierte Fullerene. Der SCCS macht diesen Unterschied ausdrücklich, ein guter Anbieter ebenfalls.
  • Verpackung und Lagerung. Dunkles Glas, kühl und lichtgeschützt.
  • Der Ton des Anbieters. Wer Falten „auslöscht" oder Akne „heilt", verspricht mehr, als die Forschung hergibt.

Unser Standpunkt

Fullerene in der Hautpflege sind ein interessantes Forschungsgebiet mit einigen vielversprechenden, aber kleinen Studien und mit offenen Sicherheitsfragen, die Europa ernst nimmt. Wir verkaufen einen Roll-On mit 10 ml mit exakt derselben Formulierung wie unsere Flaschen: 99,9 % reines C60 in zertifiziertem nativem Bio-Olivenöl extra. Wir verbinden damit keine kosmetischen oder medizinischen Aussagen. Was wir garantieren können, ist, was drin ist.

Transparenz, die Sie überprüfen können

Das Analysezertifikat unserer aktuellen Charge ist öffentlich auf unserer Qualitätsseite abrufbar: HPLC-Reinheit 99,91 %, kein C60-Oxid, keine Restlösungsmittel. Den wissenschaftlichen Hintergrund finden Sie auf unserer Seite Wissenschaft.

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Häufig gestellte Fragen

Wird C60 wirklich in Kosmetika verwendet?

Ja. Vor allem in Japan und Südkorea wird es seit Mitte der 2000er Jahre eingesetzt. Auf der Liste der Inhaltsstoffe steht es als Fullerenes.

Ist C60 auf der Haut sicher?

Das ist nicht abschließend geklärt. Kleine Studien meldeten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen, aber der europäische SCCS urteilte 2023, dass die verfügbaren Daten nicht ausreichen, um die Sicherheit in Kosmetika zu bestätigen.

Dringt C60 durch die Haut?

In einer Laborstudie an menschlichem Hautgewebe wurde C60 in Squalan in der Oberhaut gefunden, nicht aber in der Lederhaut. Weitere unabhängige Forschung fehlt.

Ist Squalan ein besserer Träger als Olivenöl?

Squalan ist leichter und ist der Träger aus den veröffentlichten Hautstudien. Olivenöl ist reichhaltiger und nicht für jeden Hauttyp geeignet. Ein direkter Vergleich beider Träger mit C60 ist uns nicht bekannt.

Ist der Roll-On dasselbe Produkt wie die Flasche?

Ja, die Formulierung ist identisch. Nur die Verpackung unterscheidet sich.

Nur für Forschungszwecke: Dieser Artikel dient ausschließlich Forschungs- und Informationszwecken. Er stellt keine medizinische, dermatologische oder Anwendungsberatung dar. Unsere Produkte sind keine Arzneimittel und nicht zur Diagnose, Behandlung, Heilung oder Vorbeugung von Krankheiten oder Hauterkrankungen bestimmt.

Quellen:

Kato S, Taira H, Aoshima H, Saitoh Y, Miwa N. Clinical evaluation of fullerene-C60 dissolved in squalane for anti-wrinkle cosmetics. Journal of Nanoscience and Nanotechnology. 2010;10(10).

Inui S, Aoshima H, Nishiyama A, Itami S. Improvement of acne vulgaris by topical fullerene application: unique impact on skin care. Nanomedicine: Nanotechnology, Biology and Medicine. 2011.

Kato S, Aoshima H, Saitoh Y, Miwa N. Biological safety of LipoFullerene composed of squalane and fullerene-C60 upon mutagenesis, photocytotoxicity, and permeability into the human skin tissue. Basic & Clinical Pharmacology & Toxicology. 2009.

SCCS. Opinion on fullerenes, hydroxylated fullerenes and hydrated forms of hydroxylated fullerenes (nano). SCCS/1649/23, endgültige Stellungnahme, November 2023.

RIVM. SCCS raises concern over the safety of fullerenes in cosmetic products. 2024.

Grohn KJ, Moyer BS, et al. C60 in olive oil causes light-dependent toxicity and does not extend lifespan in mice. GeroScience. 2021;43.